Библиографическое описание:

Александров О. А., Андреева О. А. Metatexte als eine linguistische Quelle bei der Beschreibung von deutschen Mundarten Sibiriens // Молодой ученый. — 2011. — №6. Т.2. — С. 6-10.

1. Einleitung

Die Objektivitдt der Erforschung von minoritдren Sprachen wird nicht zuletzt durch den Umfang des zu analysierenden Materials bestimmt. Die Zusammenstellung umfangreicher und zuverlдssiger Korpora der sprachlichen Daten von deutschen Mundarten Sibiriens stellt eine komplizierte Aufgabe dar, die durch die kontinuierliche Abnahme der Sprecherzahl erschwert wird1. Offen bleibt zudem die Frage nach Methoden zur Verifikation des im Feld erhobenen Materials: Dialektforscher verfьgen ьber eine sehr begrenzte Anzahl von den in der Sprache der Russlanddeutschen verfassten schriftlichen Texten, es gibt bislang kein Wцrterbuch der Sprache der Russlanddeutschen, den meisten Dialektologen fehlt die Mцglichkeit auf die Methode der Introspektion («introspective method»)2, d.h. auf die Methode der Selbstbeobachtung, wenn der Forscher sich selbst als Experten im Produzieren und Verstehen sprachlichen ДuЯerungen in der zu beschreibenden Sprache betrachtet, zurьckzugreifen. Aus diesem Grund halten wir es fьr wichtig, dass bei der Erforschung und Beschreibung der Sprache von Russlanddeutschen alle mцglichen Quellen, die Informationen ьber den Gegenstand der Untersuchung liefern, berьcksichtigt werden. Die «naiven» Kenntnisse der Informanten ьber ihre Sprache kцnnen als eine solcher Quellen dienen. Der vorliegende Artikel fasst die Erfahrungen der im Gebiet Tomsk durchgefьhrten Expeditionen zur Erforschung der Mundarten von Russlanddeutschen zusammen und betrachtet die Mцglichkeit der Verwendung von Aussagen der Mundarttrдger ьber ihre Muttersprache als eine der linguistischen Quellen bei dialektologischen Untersuchungen.

2. Die deutschen Mundarten im Gebiet Tomsk

Das Gebiet Tomsk, das tief in Sibirien liegt, gehцrt zu den Regionen der Russischen Fцderation, in denen die Deutschen besonders stark vertreten sind.3 Dieser Bevцlkerungsteil besiedelt das Gebiet Tomsk seit ihrer Deportation aus dem europдischen Teil der UdSSR zu Anfang des 2. Weltkrieges. Die meisten Deutschen kamen aus der ehemaligen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen und wurden vorwiegend in lдndlichen Gebieten angesiedelt. Die Deutschen sind ьber das ganze Gebiet Tomsk verteilt, aber nach der Umverteilung der Deutschen innerhalb dieser Region in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts hat der Rayon Koschewnikowo den grцЯten Antel der Deutschen an der Bevцlkerung. Zur Zeit leben im Ort Koschewnikowo ca. 400 Deutsche, im Rayon Koschewnikowo – ungefдhr 1.000 Deutsche [1; 4].

Die deutschen Mundarten der an das Gebiet Tomsk grenzenden Regionen (der Altaj-Region, der Gebiete Omsk, Nowosibirsk) wurden oft zum Objekt linguistischer Forschung, wohingegen die Mundarten, die im Gebiet Tomsk gesprochen werden, wurden von den Sprachwissenschaftlern lange Zeit auЯer Acht (vgl. [5]). Seit 2001 unternehmen die Mitarbeiter der Staatlichen Universitдt und der Technischen Universitдt Tomsk regelmдЯig dialektologische Expeditionen ins Rayon Koschewnikowo, um die Sprache und Kultur von Russlanddeutschen zu erforschen.

Die Mundarttrдger aus dem Rayon Koschewnikowo sind zweisprachig, d.h. sie sprechen sowohl ihre deutsche Mundart als auch Russisch. AuЯerdem verfьgen die Informanten ьber Kenntnisse der hochdeutschen Standartsprache: einige haben vor der Deportation Hochdeutsch in der Schule gelernt, die anderen besuchten Deutschkurse, viele besuchen ihre Verwandten in Deutschland bzw. stehen im Kontakt mit ihnen per Telefon oder per Post. Die Befragten, die zur evangelisch-lutherischen Gemeinde gehцren, lesen auf Hochdeutsch verfasste religiцse Literatur und besuchen Gottesdienste in hochdeutscher Sprache. Das Niveau der Hochdeutschkompetenz der Deutschen aus dem Rayon Koschewnikowo kann jedoch als «nicht (sehr) gut» bezeichnet werden, d.h. keiner der Informanten kann das Hochdeutsch aktiv verwenden.

3. Zum Terminus «Metatext»

Die Expeditionen in den Rayon Koschewnikowo zeigen, dass der Bilinguismus und Diglossie der Russlanddeutschen einen gьnstigen Boden fьr linguistische Vergleiche und gedankliche Verarbeitung der Sprache durch die Probanden schaffen: sie sprechen viel und gerne ьber ihre Sprache und etwa 30 % aller aufgenommenen Texte enthalten Kommentare ьber die Sprache. Die Zahl der von uns dokumentierten Metatexte ist wesentlich hцher als die Zahl der Metatexte, die die monolingualen russischen Dialektsprecher wдhrend einer analogen Untersuchung produziert haben (vgl. [2]). Unter «Metatext» verstehen wir alle durch den Linguisten notierten oder auf Band aufgenommenen ДuЯerungen des Informanten ьber die Sprache an sich. In Metatexten werden Gedanken ьber eine Sprache verbalisiert, die auf der bewuЯten Sprachreflexion und auf persцnlichen und gemeinschaftlichen sprachlichen Erfahrungen beruhen [2; 3]. In den Metatexten kommen Kenntnisse der Informanten ьber die Sprache/Sprachen und ihre Normen, Stukturelemente des sprachlichen Systems, Besonderheiten der Entwicklung und des Funktionierens zum Ausdruck. Metatexte kцnnen die Form einer autonomen ДuЯerungen haben oder in den Text eingebaut werden, das Thema des Textes fortsetzen und seine Komposition nicht stören. Als sprachliche Marker der in Koschewnikowo dokumentierten Metatexte dienen oft Verben des Sprechens der deutschen Mundart oder des Russischen: sage, spreche, so wird gesprouche, here [hören], schreibe, antworte, сказать [sagen], говорить [sprechen], так говорят [so wird gesprochen], слышать [hören], писать [schreiben], отвечать [antworten] u.a. Oft übernehmen diese Aufgabe Wörter und Wortverbindungen, die auf die sprachliche Gemeinschaft der Befragten verweisen oder territoriale Verbreitung der Mundart angeben: mir sage, in Dorf, an der Wolga, so habe mir gezagt, so hat mei Mama gezagt, по-простому [wie einfache Leute sagen], по-деревенски [wie man im Dorf sagt] u.a.

4. Ergebnisse

Bei der Datenerhebung im Rayon Koschewnikowo zur Feststellung der phonetischen, morphologischen, lexikalisch-semantischen Besonderheiten der Mundart wurden Fragebьcher verwendet, die aus den Listen von Mustersдtzen in russischer und hochdeutscher Sprache bestanden. Die Mustersдtze wurden von dem Interviewer vorgelesen und vom Befragten in die Mundart ьbersetzt. Die Wahl der Vermittlersprache («mediator language»)4, in dessen Rolle das Russische oder das Hochdeutsche auftraten, brachte fьr die Datenerhebung bestimmte Vorteile und Nachteile und konnte den Charakter der vom Informanten mitgeteilten linguistischen Information beeinflussen.

4.1. Fragebuch auf Russisch

Einer der Nachteile der russisch formulierten Mustersдtze kam schon bei seiner Erstellung zum Vorschein. Die Ersteller stieЯen auf die Schwierigkeiten bei der Formulierung der Mustersдtze, die die Befragten zur Reprдsentation der in der russischen Sprache fehlenden grammatischen Kategorien oder der ganz spezifischen grammatischen Kategorien der deutschen Sprache motivieren sollten. Das betrifft vor allem folgende Teile des Fragebogens: zur Feststellung der Vergangenheitsformen (Perfekt, Pretдritum, Plusquamperfekt) der Verben, der Kategorie der Bestimmtheit / Unbestimmtheit, der Deklinationstypen der Adjektive, der Gegenwarts – und Vergangenheitsformen des Konjuktivs (Prдteritum Konjuktiv, Plusquamperfekt Konjuktiv).

Bei der Aprobation zeigte das Fragebuch einen weiteren Nachteil auf: oft ьbersetzten die Befragten die angebotenen Wortverbindungen oder Sдtze anders als die Forscher es prognostizierten (1). Die Interviewer wurden dann mit der Frage konfrontiert, ob das gesuchte Phдnomen in der erforschten Mundart fehlt oder die Dialekttrдger die ьblichen herkцmmlichen Sprachmittel benutzen. Im Beispiel (1) verwendet der Befragte statt des erwarteten Superlativs ein Modaladverb mit Adjektiv. Im Beispiel (2) verzichtet der Befragte bei der Ьbersetzung auf das Modalverb.

(1)

  • Cамый красивый [der schönste].

  • Sehr schejn.

(2)

  • Mы должны идти в поле [wir müssen auf das Feld gehen].

  • Haite gehe mir alle raus aufs Feld.


Die in der russischen Sprache erstellten Mustersätze brachten auch Vorteile: sie motivierten die Befragten häufiger zur Interpretation und sprachlicher Reflexion als die in deutscher Sprache verfassten Fragebцgen. 72 % der bei der Befragung mit Fragebцgen in russischer Sprache dokumentierten Metatexte beziehen sich auf die lexikalisch-semantische Seite der Sprache und sind mit dem Versuch des Befragten verbunden, die Bedeutungen der Wцrter der eigenen Mundart zu erlдutern. Die von den Russlanddeutschen vorgenommenen Wortdeutungen kцnnen je nach dem Charakter der darin enthaltenen linguistischer Informationen in drei Gruppen eingeteilt werden5.

Die erste Gruppe der Metatexte beruht auf dem Verstдndnis des Sprechenden im Bezug auf die Relationen «Wort – Wort» und wird durch den Charakter der im Sprachsystem vorgegebenen sprachinternen und intersprachlichen paradigmatischen Beziehungen bestimmt. Der Befragte erlдutert die Bedeutung des Wortes, indem er das Wort ins Russische (3) oder, wenn seine Sprachkompetenz das erlaubt, ins Hochdeutsche (4) ьbersetzt. Dabei kommen die intersprachlichen paradigmatischen Relationen zum Vorschein:

(3)

  • Тесто месить [Teig kneten].
  • Mir sage «Teich knejde». Knejde – мешать [kneten], Teich – тесто [Teig]. Если мы делаем на дрожжах [wenn wir Hefeteig machen] mir sache «mit Hejbe», Hejbe – дрожжи [Hefe].

(4)

  • Свинья [Schwein].

  • Ну [na], Schwein is literaturisch, ну а мы [na und wir], wie werd in Dorf kesproche – Sau.


Metatexte, in denen für das zu erklärende dialektale Wort Äquivalente in der russischen und der hochdeutschen Standardsprachen genannt werden, helfen den Forschern bei dem Semantisieren der Lexik der zu erforschenden Sprache, informieren über die Eigenart ihres Wortbestandes, z.B. über die in der Mundart verbreiteten Russizismen (5) oder Dialektismen (6).

(5)

  • Тапочки [Hausschuhe].

  • Die Taitsche sage «Hausschu», das weiss ich. Mir sage wie die russe Lait – Tapke.

(6)

  • Бабушка [Grossmutter].
  • Mir sache «Muder» iwer die Grossmutter. Iwer die Mama sache «Mama», nicht Muder. In Taitschlant tie sache «Muder», «Muti», a [und] mir sache «Mama».


Diese Gruppe der Metatexte kann auch Informationen ьber sprachinterne paradigmatische Relationen enthalten, z.B. das zu kommentierende Wort wird anhand von Synonymen und Antonymen (7), gleichstдmmigen Wцrtern (8), von sinnverwandten Wцrtern oder von Wцrtern aus demselben semantischen Feld (9) erlдutert.

(7)

  • Сарай сносить [Schuppen abreissen].

  • Nu ja, ломать [brechen] – tes aprisen, apreise, но строить [aber bauen] – это pau.

(8)

  • Скатерть [Tischdecke].

  • Mir sage «Tischtuch». Tas is Kopftuch, tes is Tischtuch, da is Schnuptuch. Da is носовой платок [Nasentuch]. Mir sage «Nim zu Schnube». Und mir sage tes alle, alle mit Tuch.

(9)

  • Вязать [stricken]?
  • Nu ja, tas hat gehaist hejgle, hejgle … hejgle unt strige, das heisst mit die иголки [Nadeln], mit hejgel sage mir hejgle, aber strige – это шарф [Schal].


In der zweiten Gruppe der Metatexte erfolgt die Semantisierung der Lexik durch die Demonstration eines kommunikativen Aktes, in den das zu erklдrende Wort einbezogen ist. Es wird eine typische Situation der Verwendung des Wortes geschildert und die Rede einer konkreten Person \ konkreter Personen angefьhrt (10). Oft verweisen die Befragten auf die ganze sprachliche Gemeinschaft (11) oder zitieren sich selbst.

(10)

  • Дядя [Onkel]?
  • Mir sage «Ongel», und weldje [einige] sage «Veder». Вот [zum Beispiel] Boregarder, die sage «Feder», oder «das is mein Tande», und die sage «tes is ma Wejs».

(11)

  • Не так давно [vor kurzem]?

  • Nu mir sage: «nicht so lang», oder wert ksacht: «tie Taache», «tie Taache es ist passiert», oder «tie Taache wert ich komme», вот [na], … ещё говорят [man sagt noch] «tie nächste Taage» – ближайшие дни [die nächsten Tage], вот такое тоже выражение есть [so eine Redewendung haben wir auch].


Dieser Typ der Wortdeutung enthдlt wichtige pragmatische Informationen und lдsst syntagmatische Beziehungen zwischen den Wцrtern aufdecken: lexikalische Kombinierbarkeit, typische kontextuelle Umgebung des Wortes, Valenz der Verben u.s.w. Die Metatexte dieser Gruppe informieren oft ьber die idiomatischen Mittel der Sprache (12).

(12)

  • ...mir sage: «daham is daham, aber hinter Ouwe is noch mal daham»...

Als Grundlage fьr die Wortsemantisierung in den Metatexten der dritten Gruppe dient das Verstдndnis des Befragten der Relation zwischen dem Wort und dem bezeichneten Gegenstand. In diesen Metatexten wird die Bedeutung ausfьhrlich und unter Angabe (prototypischer) semantischer Merkmale des Wortes erlдutert. Die nach dieser Wortdeutungsstrategie aufgebauten Metatexte kommen sehr selten vor. Die Befragten greifen auf diese Strategie zurьck, falls ein Дquivalent in der russischen Sprache fehlt oder eine semantische Ungleichheit der lexikalischen Einheiten des Russischen und der Mundart vorliegt (13).

(13)
  • Чистый [sauber]?
  • Ach tu ja, ich rechen – я считаю [ich meine], wenn man ka Staup nicht seht … nu die Wend sint gemaalt, geweist, weise – это белить [weißen], is Ortnung was, is sauber.


Die angeführten Beispiele zeigen, dass die Metatexte, die der Wortschatzsemantisierung in der Mundart dienen, nur fiktiv in drei Gruppen geteilt werden. Im Rahmen eines Metatextes kцnnen gleichzeitig verschiedene Strategien der Wortdeutung zur Anwendung kommen.

4.2. Fragebuch auf Deutsch

Die in der hochdeutschen Standardsprache erstellten Mustersдtze hatten auch ihre Vorteile und Nachteile. Einerseits sorgten sie fьr die psychologische Spannung, die zwischen dem Interviewer und dem Befragten beim Einsatz solcher Fragebцgen entstand. Oft weigerten sich die in der hochdeutschen Sprache interviewten Befragten ihre Mundart zu sprechen: sie schдmten sich ihrer «nicht richtigen» Muttersprache. Manchmal wurde das Sprachverhalten der Befragten unnatьrlich: beim Sprechen versuchten sie sich an die Normen der hochdeutschen Standardsprache zu halten.

Andererseits regte die deutsche Standardsprache des Fragebogens die Befragten zur Produktion der Metatexte an, deren Gegenstand grammatische und phonetische Merkmale der Mundart bildeten. Die grammatischen und phonetischen Erscheinungen des Standarddeutschen, die von den Normen der Mundart abweichen, wurden von den Befragten erkannt, korrigiert und kommentiert. Oft weisen die Befragten auf die Reduzierung des Kasusparadigmas der Personalpronomen (14), Reduktion der unbestimmten Artikel (15), den Ausdruck des Besitzverhдltnisses durch die Konstruktion mit «von» (16), den Verlust der Pluralendung -е bei den Substantiven männlichen Geschlechts (17) u. a. hin.

(14)

  • Gib mir.

  • «Mir» is literaturisch, a [aber] «mich»это по деревенски [so sagt man im Dorf].

(15)

  • Ich habe einen Hund.

  • Mir sache просто [einfach] in Dorf: «Ich hap n, n Hunt».

(16)

  • Das ist ein Haus von ihr.

  • Sei mam ihr Haus – я по-другому и не могу, оно коротко и всё [ich kann anders nicht, das ist kurz und alles]!

(17)

  • Viele Tage.

  • Viel Tach! Zwei, trei Tach sint rum!

Unter den phonetischen Besonderheiten wurden die Spitantisierung von «g» (18), Monophthongierung der Diphtonge (19), Velarisierung von «l» (20) u.a. betont.

(18)

  • Berge.

  • Пишется там [da wird geschrieben] «g», но мы говорим [aber wir sagen] «Berche»!

(19)

  • Laufen.

  • Мы не говорим [wir sagen nicht] «lauwe», это городские у нас говорили [so haben die Stadteinwohner bei uns gesagt] «lauwe», мы говорим [wir sagen] «laaw».

(20)

  • Wolf.

  • Только не [aber nicht] Wolf, мы не говорим так мягко сзади [wir sprechen nicht so weich aus], mir sage «Wolf». &#;


5. Zusammenfassung

  1. Die Analyse des Korpus der von den Russlanddeutschen des Gebiets Tomsk (Koschewenkowo) produzierten Metatexte hat ergeben, dass die Russlanddeutschen sich aktiv mit der sprachlichen Wirklichkeit gedanklich auseinandersetzen. Zu den Faktoren, die diesen Prozess begьnstigen, zдhlen Bilinguismus und Diglossie.

  2. Die verbalisierte sprachliche Reflexion ist fragmentarisch, mosaisch: eine vollstдndige Beschreibung der Mundart auf Grund der in den Metatexten enthaltenen Informationen ist unmцglich. Da diese Information aus den Metatexten aber objektiv ist, kann sie fьr die Beschreibung der Sprachsituation, die Modellierung des Systems der Mundart und als Basis fьr die Verifikation des wissenschaftlichen Wissens dienen.

  3. Der Charakter der von den bilingualen Sprechern produzierten Daten kann je nach der Wahl der Vermittlersprache variieren. Beim Vergleich zweier verschiedener Sprachen kommentieren die Befragten die lexikalisch-semantischen Besonderheiten ihrer Mundart. Werden die Befragten mit Variдteten einer Sprache konfrontiert, beziehen sich ihre Kommentare vorwiegend auf die phonetischen und morphologischen Merkmale.


Literatur:

  1. Александров О.А., Богословская З.М. Немецкий «островной» говор Томской области. – Томск: Изд-во Том. политех. ун-та, 2008. – 182 с.

  2. Обыденное метаязыковое сознание: онтологические и гносеологические аспекты / отв. ред. Н. Д. Голев. – Ч 1. – Кемерово; Барнаул: Изд-во Алт. ун-та, 2009. – 532 с.

  3. Ростова А.Н. Метатекст как форма экспликации метаязыкового сознания (на материале русских говоров Сибири). – Томск: Изд-во Том. ун-та, 2000. – 193 с.

  4. Alexandrov, O., Bogoslovskaya, Z. Deutsche Inselmundarten in Sibirien // Würzburger Sendebrief vom Dialektforschen. – Würzburg: Unterfränkisches Dialektinstitut, 2009. – № 20 (Dezember). – S. 3—9.

  5. Berend N., Jedig H. Deutsche Mundarten in der Sowejtunion. Geschichte der Forschung und Bibliographie. – Marburg: N.G. Elwert, 1991. – 253 S.

  6. Kibrik, A. The methodology of field investigations in linguistics (setting up the problem). – The Huge [u.a.]: Mouton, 1977. – 130 S.

  7. Projekt. Erforschung der Sprache und der Dialekte der Deutschen in Russland am Anfang des 21. Jahrhunderts. Geleitet von Prof. Dr. Nina Berend. [Электронный ресурс]. URL: http://www.ids-mannheim.de/prag/AusVar/Deutsch_in_Russland/

1Die Informanten, die aktive Sprachkompetenz haben, gehören zu der ältesten Generation der Russlanddeutschen. Ihre Zahl schrumpft rapide schnell.

2 Der Terminus von A. Kibrik [6, S. 2].

3 Das Gebiet Tomsk gehцrt zu den sieben Regionen der Russischen Fцderation mit grцЯtem Anteil der Deutschen an der Bevцlkerung [7].

4 Unter „Vermittlersprache“ verstehen wir die Sprache, ьber welche der Forscher und der Befragte kommunizieren und in welcher die Fragebцgen erstellt werden [6, S. 7].

5 Die vorliegende Klassifikation beruht auf Ergebnissen der Untersuchung von A. Rostova zu den Strategien der Semantisierung von Wцrtern durch russische Dialektsprecher [3].

&#; Der Informant hebt mit der Stimme das velarisierte «l» hervor.

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