Semantische Analyse der sanskritischen Entlehnung «bandh» im Usbekischen | Статья в журнале «Молодой ученый»

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Рубрика: Филология

Опубликовано в Молодой учёный №19 (153) май 2017 г.

Дата публикации: 11.05.2017

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Жуманиязова Д. А. Semantische Analyse der sanskritischen Entlehnung «bandh» im Usbekischen // Молодой ученый. — 2017. — №19. — С. 396-398. — URL https://moluch.ru/archive/153/42594/ (дата обращения: 19.04.2019).



Es sei mit Recht gesagt, dass es im Wortbestand der usbekischen Sprache einige Wörter aus Sanskrit anzutreffen sind. Der größte Teil der Wörter wurden durch das Persische vermittelt. Unten ist ein Beispiel und seine Analyse im Usbekischen gegeben. Die Entlehnung «bandh» ist in Sanskrit polysem. Es hat folgende Bedeutungen [2].

Bandh:

  1. binden, anbinden, fesseln;
  2. rit. schlachten;
  3. verbinden, zusammenfügen;
  4. verfassen;
  5. veranlassen, bewirken;
  6. verschließen, hemmen;
  7. gefangen nehmen, festhalten;
  8. Blick, Gedanken richten;
  9. ansetzen (Frucht), Wurzel schlagen.

Bandha (als Nomen):

  1. das Binden, das Fesseln;
  2. die Fessel;
  3. die Gefangenschaft;
  4. die Verbindung, die Verknüpfung;
  5. die Errichtung;
  6. die Überblickung;
  7. das Richten;
  8. das Äußern;
  9. das Bekommen, das Besitzen;
  10. die Bindung an die Weltlichkeit;
  11. das Pfand;
  12. Positio in Cohabitatione.

Fast dieselben Bedeutungen wurden auch ins Persische übernommen. Bloß sind im Persischen einige andere Bedeutungsveränderungen zu kennzeichnen:

  1. der Damm, der Deich
  2. das Päckchen, das Paket, der Stoß
  3. der Abschnitt, der Teil, der Paragraph
  4. die Strophe, der Anzug

Durch das Persische als Vermittlersprache sind diese Bedeutungen auch ins Usbekische eingedrungen. Bemerkenswert ist aber dabei, dass das Usbekische den Sachverhalt (im Zusammenhang mit dem umreißenden Stand der Dinge) in vielen Fällen aufs Neue festgelegt hat. Wir versuchen im Folgenden das Obengesagte zu argumentieren. Im Usbekischen wird heutzutage unter dem Wort «bandh (bandha)» folgendes verstanden [4, S. 5]:

  1. Als Nomen: etwas festhaltendes bzw. leicht anzufassendes

a)choynak bandi (Henkel der Teekanne)

b)deraza bandi (Griff des Fensters)

c)chelak bandi (Henkel des Eimers)

d)sirg’a bandi (Ohrringstutzen)

e)savat bandi (Korbhenkel)

f)loy bandi (das Lehmstück, das die ganze Lehmwand festhält, beschwert)

Die Beispiele zeigen, dass sich der Stoff aus F e l l, B a u m w o l l e in Sanskrit (Schnur, Seil) und L e d e r im Persischen (Reimen, Gürtel), jetzt im Usbekischen völlig auf andere Materialen (Ton, Keramik, Farfor, Holz, Eisen, Silber, Gold) bezieht.

  1. In der Bedeutung besetzt, beschäftigt, geschlossen:

a)Telefon band — Das Telefon ist besetzt

b)Men bandman — Ich bin beschäftigt

c)Eshik band — Die Tür ist geschlossen

  1. Nicht erreichbar, nicht zu erlangen, nicht zu leihen, unmöglich zu gebrauchen:

a)Arava band — Der Wagen ist im Besitz

b)Xalta band — Der Sack ist voll

c)Lug’at band — Das Wörterbuch ist im Gebrauch

d)Uy band — Man bewohnt das Haus

  1. Absatz im Text von Gesetzbüchern, Abschnitt der Gliederung eines Textes:

a)Qaror bandi — Gesetzpunkt

b)Bayonnoma bandi — Paragraph des Protokolls

  1. Abschnitt eines Liedes, Strophe:

a)she’r bandi — Gedichtstrophe

  1. jemand, der festgenommen, inhaftiert ist
    1. bandi — der Gefangene
  2. Jemand, der in völliger wirtschaftlicher und rechtlicher Abhängigkeit von einem anderen Menschen als dessen Eigentum lebt.
  1. banda — der Sklave
  2. xudo bandasi — Gottessklave
  1. Jemand, der bestimmten Ideen, einer bestimmten Weltanschauung, so überzeugt ist, dass er sich leidenschaftlich, mit blindem Eifer (und rücksichtslos) dafür einsetzt:
  1. Kitob bandasi — Bücherwurm, Bücherfreund, Bibliophile
  2. Pul bandasi — Geldfanatiker
  3. Shaxmat bandasi — Schachanhänger

Nicht uninteressant ist auch, wie das Wort «bandh» in den Werken der (mittelalterlichen) usbekischen Poeten weitere (bildliche und bildhafte) Bedeutungen erworben haben. Wir führen einige Beispiele aus den Werken des berühmten usbekischen Dichters Alischer Navoi (1441–1501). Der große Navoi gebraucht «band» in folgenden (hauptsächlich in übertragenen) Bedeutungen [2]:

  1. festgezogene Verschließung von Bändern, Fäden, Schnüren, Knoten:

«Ischqdin chun bor erdi ko’nglida band

Band ini ko’rsa edi hojatmand» (Aus Liebe war in seiner Seele ein Knoten

Möge seine Verliebte diesen Knoten sehen!). In «Saba’i sayor», 137–18

  1. Bewegliche Verbindung zwischen Knochen, Gelenk:

«Har fig’onda band — band im bir-biridin ayrilur». (Bei jedem Jammern zu trennen nicht meine Gelenke auseinander). In «Xazoyinul-maoniy», 11 a 76

  1. Band zum Fesseln:

«Telba qulog’iga pand — quyun oyog’iga band «(Der Dumme wird an Ohren betrogen, der Strom wird an Füßen gefesselt). In «Mahbubul qulub» – 157

  1. Fesselung, gefesselt werden:

«Sayid Qutb Lakadang … band ga qaror topdi. Band din qochib holo Samarqandda» (Sayid Qutb Lakadang... wurde gefesselt. Er ist davongelaufen und ist jetzt in Samarkand). In «Majolisun nafois», 94

  1. Seil, Strick, Leine:

«Qaysi kamand o’lmadi hargiz kamand, ravzau firdavs g’azaliga band «(Welche Schlinge möchte nicht um den Hals eines Rehs im Paradisgarten gebunden (gelegt) werden). In «Hayratul-abror», 3–6

  1. Stiel, Griff, Henkel, Bündel:

«guldasta b a n d ikim …» (Blumenstraußsteil sei es …). In «Nazmuljavohir», 28

  1. List, Betrug, Tat; «Band u balosining e’tibori yo’qdur»(Ihre List wird nicht beachtet). In «Munshaot», 151

In den Werken von Alischer Navoi sind noch weitere Wortverbindungen so wie bandi azim, bandi zulf, bandi kushod, band bo’lmoq, band aylamoq, band etmoq, band qilmoq, bandga qaror topmoq, banddin chiqarmoq, banddin qochmoq, band solmoq anzutreffen.

Literaturverzeichnis:

  1. Jumaniyazov A. J., Jumaniyazova D. A. Sanskrit va oila a’zolari nomlari, in Xorijiy til davr talabi Respublika ilmiy-nazariy anjumani materiallari, Urganch. 2012, S. 72–75.
  2. Alischer Nawoi asarlarining izohli lug’ati. (1983): Taschkent. In vier Bänden.
  3. Klaus Mylius. (2005): Sanskrit — Deutsch / Deutsch — Sanskrit. Wörterbuch. Harrassowitz Verlag. Wiesbaden.
  4. O’zbek tilining izohli lug’ati. (2006): Taschkent. in fünf Bänden.


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