Semantische analyse der sanskritischen Entlehnungen im Usbekischen | Статья в журнале «Молодой ученый»

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Рубрика: Филология

Опубликовано в Молодой учёный №12 (146) март 2017 г.

Дата публикации: 28.03.2017

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Жуманиязова Д. А. Semantische analyse der sanskritischen Entlehnungen im Usbekischen // Молодой ученый. — 2017. — №12. — С. 628-629. — URL https://moluch.ru/archive/146/40862/ (дата обращения: 22.06.2018).



Es wird in der einschlägigen Literatur stets und mit Recht betont, dass es kaum eine Sprache gibt, die nicht auf diese oder jene Weise mit der Entlehnung — unter diesem Begriff verstehen wir mit M. D. Stepanova und J. J. Černyševa «sowohl den Entlehnungsvorgang als auch das Resultat dieses Prozesses» [5] — verbunden ist oder «bis zu einem gewissen Grade nicht eine Mischsprache wäre» [1]. Gewiss ist es auch, dass es in der Welt kein Volk existiert, das in seiner Entwicklung voranstrebt, wird versuchen, sich dem Einfluss durch die übrige Welt zu entziehen, wobei «Ohr und Zunge des Volkes schneller und energischer als Auge und Hand arbeiten» [2].

Betrachten wir in diesem Sinne das Ausmaß des entlehnten Wortgutes im Usbekischen, so fällt es ohne weiteres ins Auge, dass die persische, arabische und russische Sprache einen großen, die indische (darunter auch Sanskrit), chinesische und mongolische Sprache einen relativ geringen Einfluss auf die usbekische Sprache ausgeübt haben.

Was die semantische Analyse der sanskritischen Entlehnungen im Usbekischen angeht, kann man demzufolge folgende Belege zur semantischen Analyse ziehen, so sehen wir, dass die Bedeutungen der Entlehnungen v o l l s t ä n d i g arya — oriy (Arier), musti — musht (Faust), bandh — bandi (Band), v e r a l l g e m e i n e r t dhana — dana (Getreide), pata — po’ta, fata (Gewand) und e r w e i t e r t aṣ — osh (Essen) aufgenommen sind. Dieses Wort hat, im Usbekischen drei Bedeutungen 1. beliebiges warmes Essen, 2. Palow, 3. Gärmittel.

Für die Entlehnungen mit erweiterter Bedeutung gilt vor allem das Wort bāla. Es hat in Sanskrit folgende Bedeutungen:

  1. Adj. 1. jung; 2. unreif, naiv; 3. Mond
  2. m. 1. Kind; 2. Junge; 3. Narr; 4. junger Elefant

Da diese Entlehnung in Sanskrit drei andere Artikulations — und Schreibweisen hat, ändern sich dementsprechend auch ihre Bedeutungen:

  1. bālā — Mädchen
  2. bǎla — Kraft
  3. bala — Stärke

Die usbekische Sprache hat alle diese Bedeutungen nicht nur entlehnt, sogar erweitert [3] (außer den Bedeutungen Mond und Elefant). Diese Entlehnung hat im Usbekischen zwei (orthographische) Schreibweisen (1. bola und 2. balo) und jedes von ihnen hat seine eigenen (und oft gegensätzlichen) Bedeutungen:

  1. bola — 1. der Neugeborene, Säugling;
  2. der Minderjährige;
  3. Kind, Sohn, Tochter, Nachkommen;
  4. übert. bejährt, aber mit Kinderbenehmen; Er ist schon siebzig, aber er benimmt sich wie ein Kind. (Yoshi yetmishga borib qoldi, biroq u hali ham yosh bola);
  5. neugeborenes Tier, Geflügel, Insekt; bola mushuk, bola chumchuq, bola qo’ng’iz;
  6. das kleinste Obst-, Gemüsestück: bola qovun, bola sabzi;
  7. das innerste Zwiebelringknöllchen (piyoz bolasi).

Außerdem sind viele Wortverbindungen zu nennen, wo bola verschiedene konnotative Bedeutungen bekommt, und als Hauptwort für sämtliche Bestimmungswörter vorkommt:

bo’z bola — Junge, ohne Lebenserfahrung;

dala bola — Dörfling;

sahro bola — Wüstling;

askar bola — Soldat;

kuyov bola — Bräutigam;

kelin bola — Braut;

ko’cha bola — Straßenjunge;

bozor bola(si) — erfahrener (im Handel) Junge;

o’g’il bola — 1.Junge; 2. Junge, ohne Angst, der Tapfere

ota bola — würdiger Familienträger;

ona bola(si) — verwöhnter (durch Mutter) Junge.

Das sanskritische Wort «balo» ist aber in «O’zbek tilining izohli lug’ati» als arabische Entlehnung (?) gekennzeichnet und hat folgende Bedeutungen:

− balo — I.

  1. Unfall, Katastrophe, Unglück

suv balosi — Überschwemmung;

nafs balosi — Habgier;

tuhmat balosi — Verleumdung;

  1. Unzufriedenheit

Bu yerda balo bormi? — Was gibt es hier zu suchen?

  1. etw. Ungehörtes, Ungesehenes

Unga bir balo bo’libdi — Es ist etwas unbestimmtes mit ihm geschehen.

Bir balo keldi — Es kam etwas Ungeheures.

    1. Könner, Meister

Sen balo ekansan! — Du bist aber Meister!

  1. Ungeheuer, Monstrum, Ungetüm

Baloyi azim — großes Ungeheuer

  1. Unheil

Boshimizga balo yog’ildi — Es strömte ein Unheil auf uns.

Es ist auch bemerkenswert, dass manche sanskritischen Entlehnungen in den Mundarten (in den alten Volksliedern) erhalten geblieben sind. So sind zum Beispiel im choresmischen Dialekt einige Wörter wie dal (der Ast), var (das Gut), tana (das Kalb), ucak (oben, das Dach), arna(va) (der Fluß, die Flut), duman (der Rauch), dana (das Getreide), ava (fort, weg) anzutreffen.

Zusammenfassend sei gesagt, dass es im Wortbestand der usbekischen Sprache eine Menge (vorläufig über 200) Anzahl der Wörter aus Sanskrit anzutreffen sind, obwohl sie nicht verwandt und keine Nachbarsprachen sind. Vermittelt wurden sie größtenteils durch das Persische. Gewiß haben sie sich im Laufe der Jahrhunderte zuerst dem System der Vermittlersprache und dann dem System des Usbekischen in bezug auf ihre Schreibweise, Aussprache und Bedeutung angepasst, wobei sie phonetisch-morphologisch (wenig), semantisch (viel) verändert sind. Aufgenommen als Grundwörter und durch die eigenen Wortbildungsmodellen und –mittel weiter bearbeitet, begann das usbekische Volk diese lexikalischen Einheiten (Ableitungen, Komposita, Wortverbindungen) in seinem Alltag (öfters) zu gebrauchen. Allmählich wurden sie zu stabilen sprachlichen Einheiten, wodurch bei der weiteren Bereicherung und Vervollkommnung der usbekischen Sprache ein großer Dienst erwiesen wurde.

Literaturverzeichnis:

  1. A. Seiler, Entwicklung der deutschen Kultur im Spiegel des deutschen Lehnwortes, 4. Teil, Halle/Saale 1925, S. 7.
  2. A. Seiler, a.a.O., S. VI.
  3. Jumaniyazov A. J., Jumaniyazova D. A. Sanskrit va oila a’zolari nomlari, in Xorijiy til davr talabi Respublika ilmiy-nazariy anjumani materiallari, Urganch. 2012, S. 72–75.
  4. O’zbek tili leksikologiyasi. — Taschkent. 1981.
  5. Stepanova M. D., Černyševa I. I. Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache. — Moskau. 1975.S. 47.
  6. Alischer Nawoi asarlarining izohli lug’ati. (1983): — Taschkent. In vier Bänden.
  7. Klaus Mylius. (2005): Sanskrit — Deutsch / Deutsch — Sanskrit. Wörterbuch. Harrassowitz Verlag. Wiesbaden.
  8. O’zbek tilining izohli lug’ati. (2006): Taschkent. in fünf Bänden.


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